Kapitel 02 · Nachgefragt

Fragen an den Wald

Warum regnet es hier so viel – und was passiert, wenn er verschwindet?

Fünf Fragen, die uns unterwegs am häufigsten gestellt wurden.

Der Wald macht seinen Regen zum großen Teil selbst. Bäume verdunsten über die Blätter enorme Mengen Wasser, die Luft steigt auf, kühlt ab und regnet wieder ab. Der Amazonas erzeugt so bis zur Hälfte seines Niederschlags selbst.

Nur bedingt. Ein ausgewachsener Wald verbraucht fast so viel Sauerstoff, wie er produziert. Seine Bedeutung liegt im Kohlenstoff: Der Amazonas speichert rund 100 Milliarden Tonnen davon – so viel, wie die Menschheit in zehn Jahren ausstößt.

Gleichmäßige Wärme, viel Wasser und Millionen Jahre ohne Eiszeiten. Dazu die Stockwerke: Boden, Unterholz, Kronendach und Überständer sind eigene Lebensräume mit eigenen Bewohnern.

Ab einem gewissen Verlust kippt das System: Weniger Bäume, weniger Regen, noch weniger Bäume. Forschende sehen die Schwelle bei 20 bis 25 Prozent Abholzung – im Amazonas sind bereits 17 Prozent verloren.

Auf Herkunft achten: Soja, Rindfleisch, Palmöl und Tropenholz sind die vier größten Treiber der Abholzung. Und Schutzgebiete unterstützen, die den Wald als Wert erhalten – etwa über Organisationen, die indigene Gemeinschaften stärken.

Nebel steigt aus dem Blätterdach des Regenwalds

Morgennebel über dem Kronendach – hier entsteht ein Teil des Regens, der am Nachmittag fällt.

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